Bericht zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Baunatal

12.07.2022

Bericht 10/2022

Für das Berichtsjahr 2019 fand die gemeinsame Jahreshauptversammlung noch zu größtenteils „normalen“ Verhältnissen statt. Zwar war Corona zu diesem Zeitpunkt schon ein Thema und es wurden sich zu Beginn der Versammlung die Hände im Eingangsbereich desinfiziert. Aber das es einmal zu derartigen Einschränkungen kommen würde, wie es zum Teil in den vergangenen zwei Jahren gekommen ist, hätte wohl niemand gedacht.

Umso mehr war es mal wieder einfach schön, dass sich die Kameradinnen und Kameraden aus allen Stadtteilen gemeinsam in der Stadthalle zur Jahreshauptversammlung der Gesamtfeuerwehr treffen konnten. Stadtbrandinspektor Ralf Seitz begrüßte die Mitglieder der Einsatzabteilung, alle Gäste aus den Nachbarfeuerwehren sowie der kommunalen Politik und führte mit der Tagesordnung fort.

Die Anwesenden erhoben sich zur Ehrung der Kameraden, die uns in den vergangenen zwei Jahren leider für immer verlassen haben. Wir werden Swen Barthel, Jens Recht, dem Träger der Ehrennadel der Stadt Baunatal Werner Ahrend und Ehrenbrandmeister Heinz Bahrke ein ehrendes Andenken bewahren.

Bürgermeisterin Manuela Strube verrichtete in ihren Grußworten einen großen Dank an die ehrenamtlichen Brandschützer, die in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Baunataler Bürgerinnen und Bürger sorgen, Menschenleben retten, Brände löschen und bei Verkehrsunfällen schnelle Hilfe leisten wie vor kurzem auf der A49, wo es aufgrund einer Geisterfahrerin zu einer folgenschweren Kollision kam, geschehen.
Die Stadt Baunatal stellt jährlich eine hohe Summe an finanziellen Mitteln bereit, um der Feuerwehr entsprechende Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Sei es bei Ersatzbeschaffungen für Fahrzeuge oder bei Modernisierungen von Feuerwehrhäusern. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan wird fortgeschrieben, um nötige Investitionen für die Zukunft frühzeitig planen und den Bevölkerungsschutz weiterhin reibungslos sicherstellen zu können.
Sie richtete einen besonderen Dank auch an die Partnerinnen und Partner der Brandschützer, die zum Teil viel Verständnis für das recht zeitintensive Ehrenamt aufbringen müssen.

Ralf Seitz betonte, dass die städtischen Gremien die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr seit Jahren hoch anerkennen und die passenden Rahmenbedingungen schaffen. In seinem Bericht blickte er auf das turbulente Jahr 2021 zurück, in dem es galt Übungsdienste teilweise nur online abzuhalten und bei Einsätzen den höchstmöglichen Infektionsschutz zu gewährleisten. Nachholbedarf bestehe bei Lehrgängen auf Landkreisebene sowie der hessischen Landesfeuerwehrschule, da in den vergangenen zwei Jahren so gut wie keine Fortbildungen dahingehend absolviert werden konnten. Knapp über 26.000 Stunden leisteten die Mitglieder der Abteilungen während des Übungsdienst-, Lehrgangs- und Einsatzbetriebs sowie bei der Jugend- und Kinderfeuerwehr . Im Vergleich zu einem Jahr ohne Corona, wo in der Regel ca. 40.000 Stunden erbracht werden ist auch daran zu erkennen, wie groß der Einschnitt in das alltägliche Leben war. Die Zahl der Einsätze sei in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls rückläufig gewesen.
Er dankte all denjenigen, die bei der Feuerwehr Baunatal mitwirken und tolle Arbeit leisten. Dazu zählen insbesondere der Wehrführerausschuss, die Führungskräfte in den Stadtteilen sowie die Jugend- und Gerätewarte. Der größte Dank gilt jedoch den Mitgliedern der Einsatzabteilung für das Durchhalten in den schweren Zeiten und dem damit verbundenen Einsatz zur Sicherstellung des Brandschutzes in Baunatal. Der Mitgliederbestand beläuft sich erfreulicherweise stabil auf aktuell 264 Aktive. Der Ehren- und Altersabteilung gehören 85 Personen an, die Jugendfeuerwehr ist mit 112 Mädchen und Jungen gut aufgestellt und bei der Kinderfeuerwehr sind 20 Heranwachsende dabei.

Der stellv. Stadtbrandinspektor Philipp Wagner berichtete von den im vergangenen Jahr 214 abgearbeiteten Einsätzen und ging in seinem Rückblick noch einmal auf größere Schadenslagen gesondert ein.

Stadtjugendfeuerwehrwart Klaus Ullrich und seine Stellvertreterin Anna Fischer präsentierten die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr.

Nachdem Kassierer Dirk Wicke den Kassenbericht vorgestellt hatte und die Kassenprüfer eine einwandfreie Führung bestätigten, wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Dem Entwurf zur angepassten Satzung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Baunatal wurde mehrheitlich zugestimmt. Dieser wurde in den Baunataler Nachrichten veröffentlicht.

Die beiden Kameraden Andreas Schmidtkunz (Großenritte) und Klaus Ullrich (Altenbauna) wurden für 40 Jahre aktiven Dienst in der freiwilligen Feuerwehr durch den Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek im Auftrag der hessischen Landesregierung geehrt.

Es folgte ein ganz besonderes Ereignis: Erwin Gibhardt, ein Name der in Baunatal immer gleich positiv mit der Feuerwehr in Verbindung gebracht wird. Erwin ist seit Jahrzehnten ein Kamerad, der anpackt und alles erdenklich Mögliche in die Wege leitet um Probleme zu lösen, Einsätze abarbeitet, Veranstaltungen organisiert und dabei immer für einen reibungslosen Ablauf garantiert. Dies stelle er beim letzten „Tag des Helfers“ wieder unter Beweis.
Seit der Jugend trägt Erwin einen erheblichen Beitrag zum Feuerwehrleben in Baunatal und auf Landkreisebene bei. 31 Jahre Wehrführer in Altenritte, Kreisausbilder für den Feuerwehrnachwuchs, Gründer der ersten Kinderfeuerwehr in Baunatal. Bis heute ist er der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit. Und das sind nur ein paar Beispiele. Die Liste der ehrenamtlichen Aufgaben, die Erwin übernommen hat ist lang, sehr lang!
Für dieses überaus durchschnittliche Engagement ist Erwin Gibhardt von Stadtbrandinspektor Ralf Seitz mit den Worten: „Erwin, wir brauchen Dich!“ geehrt worden.

Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek dankte für die Einladung und bestätigte, dass die vergangenen zwei Jahre erheblich geprägt haben. Er erwähnte lobend die „kreativen Köpfe“, die sich um den Online-Übungsdienst kümmerten und die Jugendfeuerwehrmitglieder bei Laune hielten. Des Weiteren berichtete er von dem wichtigen Baustein des Katastrophenschutzes, der in Baunatal mit der Stationierung eines Wechselladerfahrzeugs „Kran“ gesetzt wurde (wir berichteten).

Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Wolfhagen und Kreisbrandmeister Frank Brunst richtete die Grüße der Wolfhager Kameradinnen und Kameraden sowie seiner Kreisbrandmeisterkollegen aus und dankte für die gute Zusammenarbeit.

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Norbert Damm hätte wie viele andere auch nie gedacht, dass eine Intuition wie die hessische Landesfeuerwehrschule einmal den Lehrgangsbetrieb einstellen und auf Online-Seminare ohne jegliche Präsenz umstellen müsse. Das dies auch klappt, habe die Vergangenheit gezeigt, jedoch sei das reale, persönliche Treffen durch nichts zu ersetzen.

Karsten Pfeffermann (stellv. Gemeindebrandinspektor Schauenburg) und Achim Bollerhey (Wachabteilungsführer der Werkfeuerwehr Volkswagen) richteten ihre Grußworte aus und dankten ebenfalls für die gute Zusammenarbeit.

Der Stadtwehrleiter unserer Partnerfeuerwehr aus Sangerhausen Thomas Klaube freute sich nach zwei Jahren endlich mal wieder als Gast in Baunatal zu sein und brachte Impressionen aus unserer Partnerstadt Vrchlabi in Tschechien mit, die er bei einem Besuch fotografisch festgehalten hatte.

Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek, Stadtbrandinspektor Ralf Seitz, Klaus Ullrich und Andreas Schmidtkunz (40 Jahre), Ehrenbrandmeister Erwin Gibhardt, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Norbert Damm, Bürgermeisterin Manuela Strube sowie stellv. Stadtbrandinspektor Philipp Wagner
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Feuerwehrfahrzeuge vor der Stadthalle Baunatal
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